Queersensible Schulentwicklung für die Landkreise

mit FLUSS e.V.

Wir möchten Ihnen ein kostenfreies Angebot für Schulen in den Landkreisen Emmendingen, Ortenaukreis, Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach und Waldshut-Tiengen vorstellen, das im Zeitraum Februar bis November 2026 umgesetzt werden kann. 

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg im Rahmen des Landesprogramms Demokratie Stärken

Was jede Schule erhält:

  • Einen Denkraum mit FLUSS e.V. (2–3 Zeitstunden)

  • Eine wählbare Folgeveranstaltung (Schüler*innen-Forum, Evaluations- und Reflexionsrunde oder Vertiefung & Weiterarbeit am Denkraum, ebenfalls 2–3 Zeitstunden)

  • Zwei digitale Netzwerktreffen mit allen teilnehmenden Schulen und lokalen queeren Angeboten der offenen Kinder- und Jugendarbeit

Damit erhält jede Schule zwei intensive Begleitformate vor Ort und zwei überregionale Austauschtermine.

Worum es im Projekt geht:

Mit „Landkreise vernetzen – Schulen stärken“ bringt FLUSS e.V. queersensible Schulentwicklung gezielt in weiterführende Schulen im ländlichen Raum. Das Projekt richtet sich an Schulen in den Landkreisen Emmendingen, Ortenau, Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach und Waldshut-Tiengen.

Viele Jugendliche erleben Queerfeindlichkeit im Schulalltag, oft aus Unwissenheit, fehlender Sensibilität oder fehlenden Strukturen. Das Projekt setzt hier an und schafft geschützte Räume, in denen Schüler*innen, Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und – wo möglich – Schulleitungen gemeinsam an einer diskriminierungssensiblen, demokratischen Schulkultur arbeiten.

Wie das Projekt abläuft:

1. Denkräume (Zeitraum Februar–Mai 2026)

Ziel des Denkraums als partizipativer Prozess ist es, Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Schüler*innen und SMV zu vernetzen, um gemeinsam Handlungsstrategien gegen Queerfeindlichkeit an Schulen zu entwickeln und Schule so zu einem sichereren Ort für queere Schüler*innen zu machen. Dafür soll die aktuelle Situation für queere Jugendliche an Ihrer Schule betrachtet und reflektiert werden. Darauf basierend können gemeinsam Handlungsmöglichkeiten und konkrete Maßnahmen für einen queersensiblen Schulalltag mit Hilfe der Anleitung und Begleitung von FLUSS e.V. erarbeitet werden – mit einem besonderen Fokus auf die aktive Einbindung von Schüler*innen als Expert*innen ihrer  Lebensrealität.
Innerhalb des Denkraums können individuelle Ziele für Ihre Schule formuliert und erarbeitet werden, wie z.B. die Entwicklung von Leitlinien. Konkrete Bedarfe Ihrer Schule werden berücksichtigt, um nachhaltige Ergebnisse und deren Verankerung zu erzielen.
Der Denkraum fördert demokratisches Verhalten, indem er partizipative Prozesse und Mitgestaltung ermöglicht, Empowerment stärkt und den Austausch zwischen der Schulgemeinschaft und Entscheidungsträger*innen auf Augenhöhe gestaltet. Hierbei soll zivilgesellschaftliches Engagement aktiviert werden und ein Raum geschaffen werden, in dem Schüler*innen Selbstwirksamkeit erleben und gemeinsam mit Fachkräften an einer diskriminierungssensiblen und demokratischen Schulkultur arbeiten.

2. Erstes digitales Netzwerktreffen (Juni 2026)

Beim ersten digitalen Netzwerktreffen kommen alle Projektschulen zum ersten Mal zusammen. Hier teilen die Schulen ihre Erfahrungen aus den Denkräumen, berichten über erste Erkenntnisse und stellen Fragen, die im Projektverlauf wichtig werden könnten.

Das Treffen schafft einen Raum, um Unterschiede zwischen den Schulen sichtbar zu machen, gemeinsame Themen zu entdecken und voneinander zu lernen. Gleichzeitig werden queere Angebote der lokalen Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) eingeladen. Sie stellen sich und ihre Arbeit vor, sodass Schulen direkt sehen, welche Unterstützungsmöglichkeiten es in ihrer Region gibt.

3. Wählbare Folgeveranstaltung (Zeitraum Juli–Oktober 2026)

An jeder Schule findet eine zweite Veranstaltung statt. Die Schulen wählen eines von drei Formaten und entscheiden passend zu ihren Themen und Möglichkeiten wie sie weiterarbeiten:

  • Schüler*innen-Forum zur Vertiefung ihrer Perspektiven und Bedarfe

  • Evaluations- und Reflexionsrunde zu bisherigen Maßnahmen und Veränderungen

  • Vertiefung und Weiterarbeit an Arbeitsprozessen des Denkraums

4. Zweites digitales Netzwerktreffen (November 2026)

Im zweiten digitalen Netzwerktreffen kommen alle Projektschulen erneut zum Projektabschluss zusammen, um die Ergebnisse aus den vergangenen Monaten sichtbar zu machen. Hier geht es darum, Erfahrungen zu teilen: Was hat sich im Schulalltag verändert? Welche Maßnahmen wurden angestoßen? Wo gab es Herausforderungen und wie wurden sie gelöst?

Anders als beim ersten Treffen, bei dem vor allem Orientierung und Kennenlernen im Mittelpunkt stehen, geht es hier um Vertiefung und Weiterentwicklung. Die Schulen präsentieren ihre Schritte aus der Folgeveranstaltung, berichten von neuen Ideen und zeigen, welche Themen im eigenen Schulhaus besonders wichtig geworden sind. So entsteht ein Pool aus praxisnahen Lösungsansätzen, von dem alle profitieren können.

Auch die lokalen queeren Angebote der OKJA sind wieder dabei und können gemeinsam mit den Schulen konkrete Perspektiven für weitere Kooperationen entwickeln – etwa Projektideen, regelmäßige Angebote für Jugendliche oder Anknüpfungspunkte im Schulalltag.

Wer nimmt am Projekt teil:

Das Projekt richtet sich an Schüler*innen, Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und Schulleitungen weiterführender Schulen in den Landkreisen. Alle Beteiligten bringen ihre Perspektiven ein und gestalten die Veränderungsprozesse gemeinsam an ihrer jeweiligen Schule. Pro Schule gibt es eine maximale Teilnehmer*innenzahl von 20 Personen.

Was das Projekt bewirkt:

  • Schulen entwickeln konkrete Maßnahmen gegen Queerfeindlichkeit, z. B. Leitlinien, Queer-AGs, Ansprechpersonen oder neue Abläufe.

  • Pädagogische Fachkräfte gewinnen Sicherheit im Umgang mit queerfeindlichen Vorfällen und erweitern ihre Handlungsspielräume.

  • Schüler*innen, besonders queere Jugendliche, erleben Teilhabe, Selbstwirksamkeit und Sichtbarkeit.

  • Schulische Strukturen werden reflektiert und bei Bedarf angepasst, etwa beim Umgang mit Outings, bei Räumen, Regelungen oder Anlaufstellen.

  • Schulen vernetzen sich landkreisübergreifend und profitieren vom Erfahrungsaustausch.

  • Die beteiligten Schulen lernen lokale queere Angebote der OKJA kennen und können diese in der eigenen schulischen Arbeit sichtbar machen oder Jugendlichen weiterempfehlen. So entsteht eine nachhaltige Brücke zwischen Schule und queerer Jugendarbeit im ländlichen Raum.

  • Jugendliche erleben, dass demokratische Beteiligung wirkt und Veränderung möglich ist – nicht nur an der eigenen Schule, sondern im gemeinsamen Prozess mit anderen Schulen.

Bei Interesse melden Sie sich gerne per Mail über folgenden Button bei unserem Team Landkreis: